Hubrettungsfahrzeuge werden vorrangig zur Rettung von Menschen, zur
technischen Hilfeleistung und zur Brandbekämpfung eingesetzt.
Die Bezeichnung von Drehleitern hat sich im Laufe der Zeit verändert.
In den 30er Jahren kannte man Kraftdrehleitern (KL),
ab 1943 finden wir dann die Bezeichnung DL mit
Meterangabe (DL 30) und dann folgte hinter der Meterangabe noch
eine zweite Zahl.
DLK 23/12 Drehleiter mit Korb nach DIN 14701 bedeutet,
dass der Leiterpark bei einer Seitenabweichung (Ausladung) von 12 Metern
eine Rettungshöhe von 23 Metern erreicht.
Seit 2006 gilt die europäische Norm DIN EN 14043 mit den Fahrzeugbezeichnungen
DLA (K) 12/9, DLA (K) 18/12 und DLA (K) 23/12. Für die DLA (K) 23/12
bedeutet das:
Das A bedeutet vollautomatisch und das wiederum bedeutet, dass die
Leiterbewegungen Aufrichten, Drehen und Ausfahren gleichzeitig
erfolgen können.
Im Gegensatz dazu gibt es auch halbautomatische Drehleitern
z.B. DLS (K) 23/12. Sie kann nur jeweils eine Bewegung zur gleichen
Zeit ausführen.
Von eiigen Herstellern werden dann noch zusätzliche Buchstaben und
Ziffern angefügt, die auf Spezifika ihrer Modelle hinweisen.
Bei Metz die Angabe L32, die auf die Länge des Leiterparks hinweist
oder bei bei IVECO Magirus CC ein Hinweis auf die Art der elektronischen
Steuerung(CC = computer controled).
zu den aktiven Hubrettungsfahrzeuge
Die gezeigte Drehleiter ist die erste nach 1945 in Potsdam eingesetzte
Motordrehleiter. Sie besitzt noch das Kraftfahrzeugkennzeichen der
sowjetischen Besatzungszone (SB 62-0011). Das ist allerdings nicht
typisch für Potsdam, denn die Kennzeichnung müsste SB 11 -1758 lauten
(siehe Entwicklung der Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr 1945 - heute).
Die Drehleiter hat einen Holzleiterpark.
Bild der Magirus-Drehleiter DL 24
Ab Mitte der 30-er Jahre wurden Kraftfahr-Drehleitern mit 26 Meter Auszugslänge von den Feuerwehren beschafft.
Diese Drehleitern wurden auf verschiedene Fahrgestelle montiert, so auch auf das Magirus-Deutz M 145 L Fahrgestell.
Fahrzeuge dieses Typs wurden bis weit in die sechziger Jahre hinein zur Durchführung von Löschangriffen und für Rettungsmaßnahmen genutzt.
Aufgrund der im Vergleich zu anderen Löschfahrzeugen geringeren Einsatzdichte waren Drehleitern immer schon länger als die anderen Fahrzeuge im Einsatz.
Die Magirusdrehleiter (Baujahr 1939) in Potsdam auf einem Magirus FL 145 Fahrgestell wurde bis 1970 eingesetzt und durch eine DL 30 auf W 50 ersetzt.
In anderen Wehren wurden solche Drehleitern bis in die 80-er Jahre eingesetzt.
Der wassergekühlte Sechszylinder - Klöckner- Humboldt Deutz - Diesel - Reihenmotor F 6 M 516 des Magirus FL 145 mit einem Hubraum von 9123 ccm leistete 125 PS.
1969/1970 wurde das Fahrzeug mit blauen Rundumleuchten ausgestattet.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DL 26 Magirus
1958 begann die Produktion des S-4000-1 Fahrgestells, auf dem von 1962 bis 1969 vom VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde
insgesamt 62 Stück der DL 25 produziert wurde.
Im Bereich Potsdam kam dieses Fahrzeug ab 1969 in Teltow zum Einsatz. Die Drehleiter DL 25 wurde vorwiegend zur Rettung von Menschen,
zum Vortragen eines Löschangriffs und zur Beseitigung von Gefahrenstellen eingesetzt.
Der Leiterturm konnte um 360 Grad gedreht werden. Ergänzt wurde der hydraulisch aufrichtbare Leiterpark mit einer 1,5 Meter
Aufstiegsleiter und einer 1,5 Meter Korrekturleiter am Leiterende.
Ein Kranbetrieb war nicht möglich. Am oberen Ende der Leiter konnte ein Wendestrahlrohr montiert werden.
Die Besatzungsstärke betrug 1+1.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DL 25 S 4000-1
Die Drehleiter DL 30 seit 1969 auf einem W 50 L (in Potsdam von 1970 bis 1994 und dann wieder in den 90-er Jahren)
konnte im Gegensatz zur DL 25 auf S 4000-1 auch für den Kranbetrieb eingesetzt werden.
Mit dem Leiterpark können Lasten mit einem Gewicht bis zu 1 Tonne gehoben werden.
Am oberen Ende konnte ein Wendestrahlrohr montiert werden bzw. konnten über 2 Zapfen 2 Scheinwerfer angebracht werden.
Die Drehleiter DL 30 mit einer Doppelkabine stellte die erste Variante von Drehleitern auf einem W 50 Fahrgestell dar.
Anfangs mit manuell zu bedienenden Spindeln, später dann, bei der DL 30 K, mit hydraulischen Stützen.
Die Besatzungsstärke betrug 1+4. In 2 Gerätekästen unter der Plattform waren weitere feuerwehrtechnische Geräte verstaut.
Die freiwillige Feuerwehr Dahlewitz nahm 1997 mit einer solchen DL 30 am Fahrzeugkorso in Ludwigsfelde teil.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DL 30 W 50 L
Die Bauzeit der DL 30 mit einem Rettungskorb, der unter dem Leiterpark auf der Plattform untergebracht wurde, begann 1975.
Die DL 30 K ist eine Weiterentwicklung der DL 30 und entspricht in ihrer Ausrüstung dem Vorgänger.
Die Stabilität der Leiter wurde durch hydraulisch auslegbare Stützen erreicht, die die manuellen Spindeln ablösten.
1975 bis 1990 war die Einsatzzeit dieser Drehleiter in Potsdam. Der Korb durfte von 1 Person oder max. 100kg Gewicht genutzt werden.
Für das Befestigen des Korbes am Leiterpark war der Einsatz von 4-Personen erforderlich.
Mit in Kraft treten der Unfallverhütungsvorschrift am 3. Oktober 1990
durfte der Rettungskorb nicht mehr benutzt werden.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DL 30 k W 50 L
Diese Drehleiter, auch als DL 30 AK bezeichnet, wurde ab 1987 den spezifischen Erfordernissen für die Rettung von Menschen angepasst.
Im Gegensatz zu der Vorgängerversion wurde die Doppelkabine durch ein einfaches Fahrerhaus ersetzt.
Ein Sprungpolster SPP 40 und ein tragbares Leichtschaumgerät 4-400 T
sind in dem mit Jalousien ausgestatteten Hilfsaufbau untergebracht.
Zur Ausrüstung gehören weiterhin Kreissäge, Trennschleifer, Mittelschaumrohre und Scheinwerfer,
die in den seitlich angebrachten Kästen untergebracht sind. Ein 4,0 kVA Beleuchtungsaggregat ist fest auf dem Leiterpodest angebracht.
Es dient zum Betreiben der drei an der Leiterspitze anbringbaren Halogenscheinwerfer zu je 500 Watt.
Mit Hilfe eines Stellmotors läßt sich die Richtung der Scheinwerfer von der Bedienperson der Drehleiter verändern.
Die Drehleiter läßt sich auch als Schaummast verwenden. Hierzu können entweder 2 Mittel- oder 3 Schwerschaumrohre an der Leiterspitze montiert werden.
Die Bedienung des Leiterparks erfolgt von einem seitlich angeordneten Sitz mit Bedienpult.
Der Rettungskorb war auf einem Tragarm an zwei Abschleppösen montiert und ließ sich ohne Leiterbewegung von zwei Mann in die vorgesehenen Halterung hängen.
Mit in Kraft treten der Unfallverhütungsvorschrift am 3. Oktober 1990
durfte der Rettungskorb nicht mehr benutzt werden.
In Potsdam sind Drehleitern vom Typ DL 30/01 seit 1987 im Einsatz.
In der Feuerwache Potsdam steht heute noch eine solche Reserveleiter.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DL 30.01 W 50 L
Die freiwillige Feuerwehr Groß Glienicke verfügt über eine Drehleiter Magirus-Deutz
auf einem Magirus 170D12F - Fahrgestell Baujahr 1972.
Neben der Höhenrettung kann die Drehleiter als Wasser-Monitor eingesetzt werden.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DL 30 h Magirus
Potsdam hat 2 Drehleitern DLK 23/12 CC.
Sie sind auf IVECO 150 E 27 Fahrgestellen aufgebaut.
Der Motor leistet 266 PS und das Gesamtgewicht beträgt 15 Tonnen.
Der Leiterpark stammt von Magirus in Ulm. Der Rettungskorb RK 270 befindet sich schon am Leiterende und verbleibt auch beim Fahren daran.
Die beiden Drehleitern sind in der Feuer- und Rettungswache Babelsberg seit 1995 und in der Feuer- und Rettungswache Potsdam seit 1994 eingesetzt.
Sie lösten die DL 30.01 bzw. die DL 30 Doppelkabine auf W 50 ab.
Bilder und technische Daten der Drehleiter DLK 23-12 CC Iveco
Seit dem 29.04.2008 ist die neue Drehleiter im aktiven Einsatz.
Die neuartige Drehleiter des Typs DLA (K) 23/12 L32 CAN-Automotiv
der Firma METZ Aerials aus Karlsruhe zeichnet sich neben einer
maximalen Rettungshöhe von 32 Metern, durch einen neu entwickelten
Drehleiteraufbau mit CAN-Bus Technologie aus.
Der CAN-Bus(Controller Area Network) ist ein Bus-System für die Vernetzung
von Steuergeräten in Automobilen. Er wurde entwickelt, um die bis
zu 2 Kilometer Kabelbäume pro Fahrzeug zu reduzieren und dadurch Gewicht zu sparen.
Die DLA (K) 23/12 L32 ist eine vollautomatische hydrauliche Drehleiter
gemäß den Normen DIN EN 1846 und DIN EN 14043.
Bilder und technische Daten der Metz Drehleiter DLA (K) 23/12 L32
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