Die Norm "Rüstwagen" (DIN 14555) vom Oktober 2003 fast die vorgehenden Normen für die Rüstwagen RW 1 und RW 2 sowie
die Gerätewagen-Gefahrengut GW-G 1, GW-G 2 und GW-G 3 zusammen. Die DIN 14555-3 (Juli 2002) legt die Ausstattung von Rüstwagen fest.
Ein Rüstwagen (RW) ist ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mit einem fest ein- oder angebauten Lichtmast,
einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Zugeinrichtung und einem Stromaggregat, dass ebenfalls vom Fahrzeugmotor angetrieben wird.
Hinzu kommt eine feuerwehrtechnische Beladung.
Der Rüstwagen bildet keine selbststänige taktische Einheit.
Er wird gemeinsam mit wasserführenden Löschfahrzeugen eingesetzt.
Die Besatzung beträgt 1+1.
Einsatzgebiete von Rüstwagen sind LKW-Unfälle, Rettung aus Höhen und Tiefen, Versorgung mit Elektroenergie, Unfälle auf Baustellen oder
im Schienenverkehr, usw.
Gerätewagen sind nach DIN 14555-12, DIN 14555-21 und DIN 14555-21 genormt. Die erstgenannte Norm beschreibt Gerätewagen-Gefahrengut (GW-G),
die anderen beiden beschreiben die Gerätewagen Logistik 1 und 2 (GW-L1 und GW-L2). Diese drei Normen
stammen vom April 2005.
Gerätewagen (GW) dienen der Bereitstellung von Geräten für die technische Hilfeleistung.
Die Besatzung besteht aus einem Trupp (1+2).
Der Gerätewagen-Gefahrengut (GW-G) wird im Bereich des Umweltschutzes eingesetzt.
Die mitgeführten Geräte sind für die Unterstützung von Sofortmaßnahmen bei der Bekämpfung von Unfällen mit gefährlichen Stoffen und Mineralölen.
Zu seiner Ausstattung gehören Schutzanzüge gegen Chemikalien, Mess- und Atemschutzgeräte sowie Funkgeräte.
Darüber hinaus führt er Behälter mit sich, die säure-, laugen- und ölbeständig sind.
Rettungsgerätewagen (RTGW) war die Bezeichnung für Rüstwagen bei den Feuerwehren der DDR.
mehr zu Geräte- und Rettungsgerätewagen der DDR
Bereits vor den oben genannten Normen gab es in Deutschland Rüstwagen.
mehr zu den Rüstwagen vor 1949
Dem Schwimmwagen, offiziel als bereifter Amphibienwagen (BAW) bezeichnet, der bei der Feuerwehr Potsdam von 1966 bis 1979 als Tauchergerätewagen genutz wurde, ist eine extra Seite gewidmet.
mehr zum BAW
Der jetzt noch (2010) bei der Feuerwache Potsdam eingesetzte Gerätewagen-Taucher ist speziell
für den Einsatz von Tauchern hergerichtet worden und ist seit 1990 im Einsatz.
Der Aufbau des Koffers stammt aus der Neubrandenburger Reparaturwerkstatt, dem Karosseriewerk Guben zugehörig.
Ausgerüstet ist das Fahrzeug mit allen notwendigen Utensilien für den Taucheinsatz.
mehr zu Tauchergerätewagen
Der Gerätewagen Atemschutz dient der Versorgung und Wartung von Atemschutzgeräten bei größeren Einsätzen.
Der ehemalige Notarztwagen P-2012 aus dem Jahre 1990 wurde 1994 umgebaut und fungierte bis 2005 als Atemschutzgerätewagen.
Nach der Aussonderung dieses Fahrzeuges wurde der ebenfalls 1990 als Notarztwagen und später als Werkstattwagen
genutzte Mercedes Benz 609D, P-2008, als Gerätewagen-Atemschutz hergerichtet und seit 2005 als solcher genutzt.
mehr zum GW-Atemschutz P 2008; aktives Einsatzfahrzeug
mehr zum GW-Atemschutz P 2012; ausgesondert
Der Gerätewagen Messtechnik ist seit 1993 im Einsatz.
mehr zum GW-Meßtechnik P 2007; aktives Einsatzfahrzeug
Gerätewagen stellen Transportfahrzeuge für Geräte zum Hilfeleistungseinsatz dar.
Sie sind nicht mit eingebauten Aggregaten bestückt, wie das bei Rüstwagen der Fall ist.
Es wird ein normales Fahrgestell mit Straßenantrieb verwendet.
Der Gerätewagen Gefahrengut GW-G wird gemeinsam mit Löschfahrzeugen zur Soforthilfe bei Umweltunfällen,
also Unfällen mit gefährlichen Stoffen und Mineralöl eingesetzt.
Das Potsdamer Fahrzeug wird durch einen Ölsperren Anhänger ergänzt.
Die Besatzung besteht aus 1+1. Das Fahrgestell kommt von Mercedes Benz 1124 AF und
der Aufbau von der Firma Schmitz in Wilnsdorf.
mehr zum GW-Gefahrengut P 2065
Rüstwagen werden zur technischen Hilfeleistung eingesetzt.
Sie auf Allradfahrzeugen aufgebaut.
Rüstwagen sind mit eingebauter maschineller Zugeinrichtung, fest eingebautem Generator und Lichtmast mit Flutlichtscheinwerfern bestückt.
Der RW 2 (alte Bezeichnung) kann zusätzlich mit einem Kran ausgestattet sein. Rüstwagen bilden keine selbstständige taktische Einheit.
Sie werden meist mit einem wasserführenden Löschfahrzeug eingesetzt.
Er ist für nahezu alle Hilfeleistungen ausgelegt.
Der in Potsdam eingesetzte RW 2 auf einem Mercedes Benz 1124 AF hat einen Aufbau
vom Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde (FGL).
Er ist seit Februar 1993 im Einsatz und löste den RTGW auf W 50 L ab.
mehr zum RW 2 P 2040 der Berufsfeuerwehr
Die FF Fahrland verfügt über einen Rüstwagen RW 1 (alte Bezeichnung) auf
einem MAN LE 180 C Fahrgestell aus dem Jahr 2002.
Der Aufbau stammt von Metz FGL aus Luckenwalde.
Ausgerüstet ist das Fahrzeug u.a. mit Azytylenflaschen, mit einem
tragbaren Stromerzeugungsgerät, Leckdichtkissensatz LD50/306,
Kübelspritze, Tauchpumpe, Ölbindemittel, Rettungssäge,
Motorsäge (Fächer der rechten Seite).
An der Rückseite des Fahrzeuges ist der Zugang zu einem eingebauten
Synchrongenerator mit Regler der Firma Knurz (Typ D 12 56), der für
die Rettungsgeräte (Schere und Spreizer), für den festinstallieten
Scheinwerfer und für die Seilwinde die notwendige Energie erzeugt.
In den Fächern der linken Seite findet man u.a. Hubkissen, Schere
und Spreizer.
mehr zum RW 1 P 2282 der freiwilligen Feuerwehr Fahrland
Die von der Zentralstelle für Zivilschutz des Bundesverwaltungsamtes gemeinsam mit der Industrie entwickelten
ABC-Erkundungsfahrzeuge kurz ErKW erfassen chemische und radioaktive Kontamination und kennzeichnen kontaminierte
Gebiete .
Außerdem können mit den Erkundungsfahrzeugen feste, flüssige und gasförmige Proben nehmen.
Diese Proben können radioaktiver, chemischer und biologischer Art sein.
Die Hauptaufgabe der Fahrzeuge und Bedienungsteams
besteht darin, die Grenzen von kontaminierten Gebieten festzustellen und diese zu markieren.
Die gesamte apparative Messausstattung befindet sich auf einem Container, der in einfacher Weise in das Fahrzeug ein- und
wieder ausgebaut werden kann. Auf diese Weise ist eine Nutzung des Messcontainers in geringfügig modifizierten
Ersatzfahrzeugen möglich, falls das eigentliche Einsatzfahrzeug ausfällt. Außerdem ist auch ein Einsatz außerhalb des
Fahrzeugs möglich.
Das radiologische Messsystem erfasst Gamma-Strahlung als Dosis und Dosisleistung, ermöglicht die Unterscheidung zwischen
künstlicher und natürlicher radioaktiver Strahlung, die Suche von Punktquellen und die Darstellung der gemessenen
Kontamination auf einer geographischen Karte.
Zwei chemische Messgeräte sind eingebaut: ein Photoionisationsdetektor und ein Ionenmobilitätsspektrometer.
Der Photoionisationsdetektor erfasst eine breite Palette von Industriechemikalien, wie sie in der chemischen Produktion,
auf Deponien und beim Transport von Chemikalien vorkommen. Das Ionenmobilitätsspektrometer identifiziert und
quantifiziert eine Reihe von chemischen Kampfstoffen und wichtige Industriechemikalien.
Die radiologischen und chemischen Messgeräte arbeiten DV-gestützt.
Erfasste Messwerte können sowohl graphisch
als auch tabellarisch dargestellt werden. Die einzelnen Messwerte werden mit Hilfe eines Navigationssystems
mit Ortsdaten verknüpft.
Die Messsoftware verfügt über die Voraussetzungen, eine Datenfernübertragung zu realisieren.
Sie ermöglicht es, in kurzen Zeitintervallen aktuelle und gespeicherte Messdaten zur örtlichen Einsatzzentrale zu schicken.
Zum Schutz der regelmäßig Einsatzteams (4 Personen) ist das Fahrzeug mit Atem- und Körperschutzausstattung
in Form von Atemschutzmasken, Filtern, Pressluftatmern und Chemikalienschutzanzügen ausgestattet.
mehr zum ABC Erkundungswagen P 8001
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